Am Samstag, dem 30. Mai 2026, öffnete das Lycée Français International de Zurich anlässlich seines 70-jährigen Jubiläums seine Türen für die Öffentlichkeit und seine Gemeinschaft. Von 10 bis 18:30 Uhr entdeckten 1.372 Besucher:innen gemeinsam die pädagogische und menschliche Vielfalt der Schule (wieder) und feierten sie. Dieser Tag bot zudem zahlreichen neuen Familien die Gelegenheit, sich mit den Teams auszutauschen und sich über das pädagogische Angebot sowie die verschiedenen von der Schule angebotenen Sprachprofile zu informieren.
Den ganzen Tag über stellten die Ausstellungen das Talent und die Kreativität der Schülerinnen und Schüler anhand ihrer Gemälde, Zeichnungen, Modelle und Skulpturen unter Beweis. Inspiriert von Künstlern wie Lygia Clark, Paul Klee oder auch Susie Morgenstern präsentierten die Schülerinnen und Schüler Arbeiten, die die im Laufe des Jahres im Rahmen des künstlerisch-kulturellen Bildungsparcours erworbenen Kenntnisse veranschaulichten.
Eine Ausstellung zeichnete sieben Jahrzehnte Geschichte anhand einer Auswahl von Fotografien und Archivdokumenten nach. Sie veranschaulichte den zurückgelegten Weg vom bescheidenen Klassenzimmer, das 1956 die ersten Schülerinnen und Schüler aufnahm, bis zu den weiten, lichtdurchfluteten Räumen an der Zukunftstrasse, die 2016 eingeweiht wurden. Jedes ausgestellte Dokument zeugte von einer Epoche, einem Anspruch und einer Etappe im Aufbau dessen, was heute die grösste Schule im Bezirk Uster ist.
Zahlreiche ehemalige Schülerinnen und Schüler aller Generationen überschritten erneut die Schwelle ihrer Schule. Manche hatten sich seit Jahren nicht wiedergesehen; anderen lag es am Herzen, zu sehen, wie sich die Schule entwickelt hat. Sie teilten ihre Erinnerungen: die ersten Jahre im Kindergarten, das Lernen vor dem Baccalauréat oder auch die Freundschaften, die während der Schulreisen entstanden sind. Es war die ideale Gelegenheit, über ihre Werdegänge zu sprechen: Studium in der Schweiz oder im Ausland, ein Leben in allen Teilen der Welt und internationale Karrieren, getragen von ihren Kenntnissen in Französisch, Englisch und Deutsch. Zahlreiche Erfahrungsberichte, die den nachhaltigen Einfluss des LFiZ auf die persönlichen und beruflichen Werdegänge der von ihm ausgebildeten Menschen veranschaulichten.
Rund ein Dutzend kreative Workshops waren den Kindern gewidmet. Sie ermöglichten es ihnen, mit eigenhändig gefertigten Erinnerungsstücken nach Hause zu gehen und an Gemeinschaftswerken mitzuwirken, die in der Erinnerung der Schule bleiben werden. Gemeinschaftswandbild, Stickerei, Häkeln, Herstellung von Windmühlen, ein Comic, der die Schule von gestern und morgen imaginiert, ein Zeitkapsel-Briefkasten, ein Modell des Viertels in 70 Jahren, die Dekoration von Geburtstagsplätzchen oder auch die gemeinsame Komposition eines Liedes… all dies waren spielerische und verbindende Aktivitäten, um sich die Geschichte der Schule anzueignen und gemeinsam ihre Zukunft zu imaginieren.
Der Vormittag wurde von mehreren Präsentationen geprägt, die mehrsprachige Kompetenzen, kulturelle Offenheit und bürgerschaftliches Engagement vereinten.
Grundschülerinnen und -schüler präsentierten einen Stop-Motion-Animationsfilm zum Thema Plastikverschmutzung, mehrsprachige Kamishibais, digitale Bücher sowie eine zweisprachige Adaption des Theaterstücks L’école branchée.
Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe präsentierten den „Z-Express“ (die Fernsehnachrichten des LFiZ), das mehrsprachige Schulmedium „En construction“, eine klangliche und visuelle Umsetzung einer Novelle von Heinrich von Kleist, ihre Teilnahme am FerMUN sowie wissenschaftliche Arbeiten über Kunststoffe und Biokunststoffe.
Das Buchstabenlabyrinth, konzipiert und betreut von Schülerinnen und Schülern der 3e, zog ebenfalls ein grosses Publikum an. Am Nachmittag zweimal angeboten, ermöglichte dieser immersive Parcours den Besucherinnen und Besuchern, die grossen Welten der Literatur zu erkunden.
Die Neugierigen konnten zudem das zweite Gebäude des LFiZ entdecken, dessen Einweihung für Oktober 2026 vorgesehen ist. Eine konkrete Gelegenheit, das Ausmass dieses Projekts zu ermessen, das das Wachstum des LFiZ begleitet, seinen Lernrahmen bereichert und den Bedürfnissen einer Schulgemeinschaft entspricht, die heute mehr als 1.130 Schülerinnen und Schüler zählt.
Sophie Othman, Dozentin an der Université Marie et Louis Pasteur und Spezialistin für Mehrsprachigkeit, sprach auf Englisch über die Bedeutung mehrsprachiger Bildung in einer multilingualen Welt. Am Ende des Tages bot Déborah Elalouf, Pionierin der digitalen Pädagogik, Präsidentin des Vereins Tralalère und Mitgründerin von Edtech France, konkrete Hilfsmittel an, um unsere Kinder im Umgang mit künstlicher Intelligenz zu begleiten – in der Schule wie auch zu Hause.
Eine Podiumsdiskussion brachte ehemalige Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgänge zusammen, um sich darüber auszutauschen, wie ihre Schulzeit am LFiZ ihren internationalen Werdegang geprägt hat – sowohl im Verlauf ihres Studiums als auch in der Berufswelt.